Geschichte

Geschichte

Als das GLORIA am 30.11.1956 als Kino seine Türen öffnet, ist vom wilden Treiben noch keine Rede.
Zu damaligen Blockbustern wie ,,Frühstück bei Tiffany" mit Audrey Hepburn oder ,,Manche mögen's heiß" mit Marilyn Monroe strömen die Zuschauer zahlreich ins Kino.

Die Kölner lieben Kino und als Ende der 1960er-Jahre die Sexfilmwelle ins GLORIA schwappt, geht es durchaus etwas heißer her. Zunächst dominieren Aufklärungsfilme
wie Oswalt Kolles ,,Die Frau, das unbekannte Wesen", danach folgen Streifen wie der ,,Schulmädchenreport".

Mitte der 1970er-Jahre wird das Kinoprogramm zunehmend pornografisch.
Da die Kinos durch den Beschluss des Deutschen Bundestages keinen Eintritt nehmen dürfen, kaufen Besucher am Kassenhäuschen, das bis heute erhalten geblieben ist, eine Schachtel Pralinen und schauen den Film dafür umsonst.
Eine Zeitzeugin, die ihr Geschäft damals direkt neben dem GLORIA hatte, erinnert sich noch lebhaft an die nervösen Herren, die ihr Geld immer schon abgezählt in der Tasche hatten, damit es an der Kasse nicht so lange dauerte.

Anfang der 1990er-Jahre, nachdem in Deutschland die Kinos langsam sterben, eröffnen Rainer Büchel und Stephan Dick das GLORIA als Veranstaltungs-Location für die schwul-lesbische Community.
Ob bei Schaumpartys, Schlagerevents oder Live-Übertragungen des Eurovision Song Contest wird im GLORIA exzessiv gefeiert.
Besonders legendär ist zu dieser Zeit Kölns Meat Factory mit Gummihüpfburg und Rollschuh-Party.

Auch kulturell tritt das GLORIA zunehmend in den öffentlichen Fokus: Hella von Sinnen tritt mit ihrem Kabarettprogramm ,,Ich bremse auch für Männer" auf und Sönke Wortmann dreht im plüschigen Theatersaal Szenen für seinen Kultfilm ,,Der bewegte Mann". Nicht nur er entdeckt das Gloria als Film- und Fernseh-Set: Ab Mitte der 1990er Jahre zeichnet der WDR regelmäßig Kabarett-und Comedy-Programme wie die lange ,,Missfits"-Nacht, ,,Dinner op Kölsch", ,,Ladies Night" und den ,,Rockpalast" auf.

Für die Kölner Comedy-Szene ist das GLORIA damals wie heute eine wichtige Spielstätte.
Comedians wie Rüdiger Hoffmann, Carolin Kebekus, Atze Schröder, Otto, die Springmäuse, und auch das Internationale Köln Comedy Festival (heute Cologne Comedy Festival) hatten hier ihre Anfänge und halten der ,,alten Tante" bis heute die Treue.

Der Kölner Karneval und das GLORIA sind ereignisreich miteinander verbunden:
1995 wurde die erste schwul-lesbische Karnevalssitzung, die ,,Rosa Sitzung", u. a. mit Hella von Sinnen, Georg Uecker und Ralph Morgenstern ins Leben gerufen und ein Jahr später bereits vom WDR übertragen. Veranstaltungen wie die Humba Party und das Kasalla Abschlusskonzert sind fester Bestandteil des jährlichen Programms.

Die Jahrtausendwende ist ein Jahr der Veränderung: Rainer Büchel und Stephan Dick stellen ihre Geschäfte ein, die neugegründete Gastro-Event GmbH übernimmt und renoviert das GLORIA.
Das Team um Michael Zscharnack und Claudia Wedell baut das GLORIA zu einer der angesagtesten Clubs in Köln auf.
Nationale und internationale Künstler wie Coldplay, P!nk, Macklemore, Beatsteaks, Clueso und Stefanie Heinzmann spielten hier schon ihre Konzerte. ,,Eine großartige Location! Einer der schönsten Clubs Deutschlands" sagt Campino von den Toten Hosen.

Heute ist das GLORIA aus der Kölner Kulturszene nicht mehr wegzudenken.
Die Festivals lit.cologne, c/o pop und 1LIVE Podcast Festival ergänzen das vielfältige Programm rund um Comedy- und Theaterveranstaltungen, Konzerte und Partys.

Den pandemiebedingten Stillstand der Kulturbranche 2020/2021 durch das Corona-Virus, hat das Team genutzt um das GLORIA weiter zu modernisieren. Gemeinsam mit Neu-Geschäftsführer Marcus Ehlert blickt Michael Zscharnack positiv in die Zukunft: ,,Unsere Vision ist es weiterhin, unseren Gästen ein Zuhause für einen Tag zu bieten. Wenn es uns gelingt, auch nur einem Menschen einige schöne Stunden zu bereiten, ist das all die Arbeit und Mühe wert."