Lesung
Luisa Neubauer

Luisa NeubauerGegen die Ohnmacht - Lesetour 2023

19.03.2023 20:00 Uhr
GLORIA, Apostelnstr. 11, 50667 Köln
Zwei außergewöhnliche Frauen, hundert Jahre deutscher und europäischer Geschichte -
eine Verschwisterung über die Generationen.
Dagmar Reemtsma ist fast 90, sie ist ein Kriegskind. Ihre Enkelin Luisa Neubauer ist in
Friedenszeiten aufgewachsen, doch ihre Zukunft ist durch die ökologische Zerstörung
bedroht. Sie beide verbindet ihr Einsatz gegen die Ohnmacht angesichts der Krisen und
Kriege der Welt.
Luisa Neubauer hat eine besondere Beziehung zu ihrer Großmutter Dagmar Reemtsma. Seit
sie ein Kind ist, besprechen sie alles miteinander. Persönliches, genauso wie die großen
Fragen von Geschichte, Politik und Gesellschaft. Früh fingen sie an darüber nachzudenken,
was Privilegien bedeuten, und wie man ihnen gerecht wird. Sie wurden in sehr
unterschiedliche und sehr schwierige Zeiten hineingeboren, mussten früh eine eigene
Haltung finden: Dagmar Reemtsmas Vater wurde im KZ ermordet, sie heiratete jung und
erfuhr zu spät, dass ihr Schwiegervater aus der neuen Familie, den Reemtsmas, Mittäter der
NS-Diktatur war. Luisa Neubauer musste verstehen, dass das Land, in dem sie aufwächst,
ihre Generation nicht vor der Klimakrise schützt. Als sie ihr Studium aufnimmt, um die
ökologischen Katastrophen besser zu verstehen, stirbt ihr Vater. Doch der Ohnmacht zu
erliegen, war für beide nie eine Option. Der Krieg gegen die Ukraine brach mitten in die
Gespräche zu diesem Buch. Keine von beiden hätte geglaubt, wieder Krieg in Europa erleben
zu müssen. Und wieder stehen sie vor Haltungsfragen, vor Verantwortungsfragen und der
Frage, was man der Ohnmacht entgegenstellt.
»Meine Großmutter hat sich mit allen Leuten zweimal zerstritten. Das erste Mal, als die
Leute die Schrecken der NS-Herrschaft zu schnell vergessen wollten. Und dann, als sie die
ökologischen Katastrophen nicht wahrhaben wollten.«

Veranstalter: concertteam nrw
Fotocredit: Axel Martens